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Schweizer Vaderis: 150 Mio. US-Dollar gegen Nasenbluten

Die Schweizer Biotech-Firma Vaderis Therapeutics hat eine Serie B-Finanzierung über 152 Mio. US-Dollar abgeschlossen. Das Kapital soll den Start der globalen Phase III-Studie HEROIC mit Engasertib ermöglichen, das gegen die hereditäre hämorrhagische Teleangiektasie (Morbus Osler) wirkt.

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Im Rahmen einer Serie-B-Finanzierungsrunde konnte die Schweizer Vaderis Therapeutics 152 Mio. US-Dollar einwerben. Das Geld soll in die globale Phase III-Studie HEROIC mit Engasertib fließen. Der Wirkstoff könnte die erste gezielt für die seltene Gefäßerkrankung hereditäre hämorrhagische Teleangiektasie (HHT) entwickelte Therapie werden.

Investoren setzen auf seltene Erkrankung

An der Finanzierung beteiligen sich neben den beiden federführenden Investoren Life Sciences at Goldman Sachs Alternatives und TCGX auch Omega Funds, Perceptive Advisors und Kalehua Capital sowie die bestehenden Investoren Medicxi und Droia. EQT Life Sciences steuert über einen seiner Fonds 17,5 Mio. US-Dollar bei.

Das Biotech-Unternehmen Vaderis Therapeutics mit Sitz in Basel (Schweiz) und einer Niederlassung in den USA entwickelt Therapien für seltene Gefäßerkrankungen. Der führende Wirkstoff Engasertib richtet sich gegen HHT, eine erbliche Erkrankung der Blutgefäße, die unter anderem zu wiederkehrendem, schwerem Nasenbluten, chronischer Anämie und potenziell lebensbedrohlichen Gefäßveränderungen führt. Nach Angaben des Unternehmens betrifft HHT etwa einen von 3.800 Menschen. Zugelassene Therapien gibt es bislang nicht.

Vom Proof of Concept zu Phase III

Der Schritt in die zulassungsrelevante Entwicklung folgt auf positive Proof-of-Concept- und Langzeitdaten, die zuletzt im New England Journal of Medicine veröffentlicht wurden. Demnach verbesserte Engasertib bei HHT-Patienten mehrere Krankheitsparameter und zeigte eine anhaltende Wirkung. Als Nachweis des Wirkprinzips konnte dabei auf ein relativ einfaches Ausleseverfahren zurückgegriffen werden: die Verringerung des Nasenblutens. Diese Daten bilden die Grundlage für die nun geplante Phase III.

Die HEROIC-Studie soll weltweit durchgeführt werden und Engasertib bei HHT untersuchen. Vaderis will mit der Finanzierung die klinische Entwicklung bis zu einer möglichen Zulassung vorantreiben.

„Heute ist ein entscheidender Moment für HHT-Patienten“, sagte CEO Azmi Nabulsi. Mit dem Abschluss der Finanzierung und dem Start von HEROIC beginne ein neues Kapitel für das Unternehmen. Es handele sich um die erste Phase III-Studie mit einem Wirkstoff, der speziell für HHT entwickelt wurde.

Wer Nasenbluten als weniger relevante „Erkrankung“ betrachtet, sollte sich vorstellen, dass die Veränderungen am Blutgefäßsystem alle Organe betreffen können. Zwar ist die Nase mit rund 90% im Vordergrund der Symptomatik bei den Betroffenen, doch HHT im Gehirn, der Leber oder anderen Organen kann schwerwiegende Folgen wie Schlaganfall, Bluthochdruck oder Herzerkrankungen nach sich ziehen.

Abenteuer werden am Abend teuer – klinische Entwicklungen in der späten Phase

Auch EQT sieht die Finanzierung vor allem als Investition in die späte klinische Entwicklung. Christoph Broja, Partner bei EQT Life Sciences, wird als Beobachter in den Vaderis-Verwaltungsrat einziehen. „Engasertibs Proof-of-Concept-Daten haben uns von der wissenschaftlichen Grundlage überzeugt“, sagte er.

Mit der Finanzierungsrunde reiht sich Vaderis in eine Reihe europäischer Biotech-Unternehmen ein, die für die kostenintensive letzte Phase ihrer klinischen Entwicklung große internationale Investorengruppen mobilisieren. Besonders auffällig ist dabei die Zusammensetzung der Runde: Neben spezialisierten Life-Sciences-Investoren beteiligen sich mit Goldman Sachs Alternatives und TCGX auch große internationale Kapitalgeber.

Für Vaderis geht es nun darum, die klinischen Daten aus der frühen Entwicklung in einer großen zulassungsrelevanten Studie zu bestätigen – und aus einem Wirkstoff mit bislang vielversprechenden Daten eine mögliche erste spezifische Therapie für HHT zu entwickeln.

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